Geistliches Wort

Ein hilfreicher Eisverkäufer, der in seinem Eifer vergessen hat eine Maske anzulegen. Ein Käufer, der achtlos die seine herunterzieht und zornige Worte ausspuckt und ein herrliches Missverständnis. Das bringt mich zum Lachen. Dabei lache ich ungern über Coronawitze. Die Pandemie hat so vielen Menschen den größten Kummer zugemutet. Da bin ich oft unwillig, wenn Komiker über Corona herumwitzeln. Die kleine Szene aber lässt mich über mich selbst lachen. Wie oft habe ich schon die Maske als Gesprächshindernis erlebt. Die Karikatur holt mich aus meinem Arger und verführt mich zum Lachen.  

Grad in den trüben Zeiten des Lebens kann das Lachen Wunder bewirken. Im Krankenhaus oder im Altenheim komme ich mit einem matten, müden Menschen ins Gespräch. Wir reden eine Weile, berühren dies und das. Wir lachen miteinander und plötzlich sitzt der matte Mensch an der Bettkante und baumelt mit den Beinen.

Bald werden wir Gründonnerstag feiern und uns daran erinnern, wie Jesus kurz vor seinem Tod mit seinen Jünger feiert. Bei diesem Festmahl sind Lachen und Weinen ganz nah beisammen. Jesus, so lesen wir es in der Bibel, weiß, dass sein Tod unmittelbar bevorsteht. Die Mahlfeier, ein Abschiedsmahl. Ich sehe die Jesusfreunde mit erhitzten Gesichtern, sie reden sich heiß, weißt du noch? Sie erinnern sich an großartige Erlebnisse, Heilungswunder, begeisterte Menschen, jeden Tag mehr, und dann der Einzug in Jerusalem – darüber zu sprechen lässt ihr Herz hüpfen, sie lachen. Dann spricht Jesus die unerhörten Worte über Brot und Wein: mein Leib für euch gegeben, mein Blut für euch vergossen. Sie erschrecken, werden still, eine dunkle Angst greift nach ihnen. Ja, es werden Tränen fließen in den Tagen, die nun kommen.

Erst am Ostermorgen lüftet sich der bleierne Schleier und die Seele atmet auf: Gott hat den Tod besiegt. Jesus lebt. Das soll uns so ein Vergnügen bereiten, dass wir von Herzen froh werden und lauthals lachen. Früher einmal wurden im Ostergottesdienst Witze erzählt, um die feiernde Gemeinde in die rechte Osterstimmung zu versetzen, in österliches Gelächter. 

Uns Menschen ist es in die Seele geschrieben: Weinen und Lachen gehören zu unserem Leben. Beides braucht seine Zeit. Beides hilft der Seele nicht zu verzweifeln über die Mühsal, den Ärger und das Leid. Beides lässt die Seele stark werden durch getrocknete Tränen und Freude am Leben.

Eine gesegnete Passionszeit und ein fröhliches Osterfest wünscht Ihnen

Ihre Pfarrerin Elke Eilert

(Bildnachweis: gemeindebrief.de: ebel)