Geistliches Wort

Der Frühling naht.

Nein, wenn man ehrlich ist, sind wir schon seit Anfang Februar mitten drin. Bereits am 1. Februarwochenende habe ich die ersten Schneeglöckchen am Ufer des Ammersees entdeckt. Die Natur erwacht aus ihrem Winterschlaf und jeden Tag kann man etwas Neues entdecken: eine neue Knospe am Apfelbaum, ein weiteres Schneeglöckchen, ein kleines Blatt, dass sich in zartem Hellgrün ausrollt. Doch alle Freude am frühen Frühling wird in mir von Gedanken an den Klimawandel gedämpft. Ist das schon Klimawandel? Hat das tatsächlich etwas miteinander zu tun oder ist es einfach dieses Jahr ?nur? ein früher Frühling?

Mir persönlich ist das ehrlich gesagt egal. Klar ist für mich aber auch, dass der Klimawandel da ist, uns unaufhaltsam einholt und wir jetzt handeln müssen, um ihn wenigstens noch eindämmen und kontrollieren zu können. Als Evangelische Jugend beteiligen wir uns dabei nicht nur an Fridays for Future-Demonstrationen, sondern geben uns auch sonst viel Mühe, möglichst nachhaltig zu handeln. Letztes Jahr haben wir beispielsweise gemeinsam in der Fastenzeit auf unseren Plastikkonsum geachtet und auch unsere Freizeiten versuchen wir möglichst nachhaltig zu gestalten. Dabei geht es uns nicht um einen völligen Verzicht oder gar um Perfektion, sondern um einen bewussten Umgang mit Ressourcen. Ja, wir fahren Auto, aber wir versuchen möglichst Fahrgemeinschaften zu bilden. Ja, wir kochen gemeinsam, aber meistens vegetarisch und/oder mit regionalen und saisonalen Produkten. Und ja, manchmal gibt‘s auch einfach Gummibärchen, die in Plastikfolie verpackt sind.

Wie gesagt, nachhaltig Handeln heißt für uns nicht, dass man alles perfekt machen muss, sondern dass wir alle bewusst mit den Ressourcen umgehen, die uns anvertraut wurden. Gott hat uns Menschen seine Welt, seine Schöpfung anvertraut. Durch unseren gedankenlosen Umgang mit ihr ist ihre und damit auch unsere Zukunft gefährdet. Wenn wir darauf warten, dass die Politik etwas unternimmt, könnte es bereits zu spät sein. Lasst uns also gemeinsam und jeder für sich im Kleinen versuchen, die Schöpfung Gottes zu schützen und zu bewahren. Denn mal ehrlich: sie ist wunderschön!

Ihre Diakonin Michaela Kleemann