Geistliches Wort

KonfirmationGB 17-1 Bilderwitz 2


„Konfirmation heißt Bestärkung. An der Schwelle zum Erwachsenwerden erfahren junge Menschen Bestärkung. ..Konfirmandinnen und Konfirmanden sollen mündig und selbständig werden, Gemeinschaft und Begleitung erleben, gesegnet und beschenkt werden, Annahme und Stärkung erfahren. ..." (Ev.Gesangbuch 815)

Diese Worte möchte ich mit Leben füllen und zeigen, was Konfirmation und den Weg dorthin zu etwas Besonderem macht in unserer Gemeinde.

Mündig und selbständig werden. Während der Konfi-Zeit unterstützen wir die Konfirmanden mit ganzer Kraft dabei, eigene Entscheidungen zu treffen, sich zu unterschiedlichen Themen eine individuelle Meinung zu bilden und eigene Interessen zu vertreten.

Gemeinschaft und Begleitung erleben. Das sind für mich Kernaufgaben in der Vorbereitungszeit zur Konfirmation – und das auf vielen unterschiedlichen Ebenen. Gemeinschaft erleben ist etwas Wunderbares. Begleitung erfahren unsere Konfirmanden nicht nur durch Pfarrer Gruber und mich, sondern durch die ehrenamtlichen Mentoren. Unsere Mentis nehmen sich viel Zeit, um gemeinsam mit uns die einzelnen Konfi-Stunden und andere Aktivitäten vorzubereiten, durchzuführen und zu reflektieren. Dabei legen wir großen Wert auf ihre Meinungen und Ansichten. Ohne sie würde das Konfirmanden-Konzept unserer Gemeinde nicht funktionieren, weshalb wir ihnen zu überaus großem Dank verpflichtet sind.

Gesegnet und beschenkt werden. Bei der Konfirmation knien die Konfirmanden sich nieder, um den Segen zu empfangen – eine Haltung, die uns aus dem Alltag fremd ist, aber die Chance eröffnet, den Segen - ganz bei sich und ganz bei Gott - zu verinnerlichen. Segen ist ein Geschenk – das Geschenk Gottes. Zur Konfirmation gehören natürlich auch die Geschenke, die die Jugendlichen von Freunden und ihren Familien bekommen. Ob es die traditionelle Uhr ist, eine Halskette oder das lang ersehnte Fußball-Trikot – wichtig ist, dass das Geschenk persönlich ist und den Konfirmierten Freude bereitet.

Annahme und Stärkung erfahren. „Wenn Gott den Menschen ansieht, tut er das immer durch eine Liebes-Brille", so hat es ein Dozent von mir mal gesagt. Das heißt, Gott betrachtet uns Menschen immer mit einem wohlwollenden Blick, erkennt dabei sowohl unsere Stärken als auch unsere Schwächen und lässt uns genau so sein, wie wir sind. Wir müssen uns nicht verstellen, nicht versuchen besser auszusehen, schneller rechnen zu können oder schönere Bilder zu malen. Unsere einzige Aufgabe besteht darin, Gottes bedingungslose Liebe nach unseren Kräften und Möglichkeiten weiterzugeben. Konfirmandenarbeit fordert von mir viel Zeit und eine Menge Energie. ABER: Sie macht riesig Spaß, ist abwechslungsreich und bereichernd.

Jugendliche sind nicht die Zukunft unserer Kirche, sie sind die Gegenwart!


Diakonin Michaela Kleemann