Geistliches Wort

Sternsinger-Haussegen

 

Ach, für die Ökumene hat das Reformationsjubiläum nichts gebracht.


Das höre ich im Radio am Tag nach dem 31.10.2017. Ich fühle mich gegen den Strich gebürstet, möchte dazwischen rufen: Nein, das stimmt nicht. Wer in Wolfratshausen am Reformationsfest mitgefeiert hat, teilt vielleicht meine Überzeugung: es war ein wundervoller Tag, ein Glanzpunkt in der Ortsökumene, ja eine Bekräftigung unserer ökumenischen Verbundenheit. Wir, die Geistlichkeit, hatten es nicht für möglich gehalten, dass so viele Menschen zum Gottesdienst kommen. Der großen Andrang machte deutlich, wie sehr sich die Mensch nach enger Verbundenheit beider Konfessionen sehnen. Sie wollen gemeinsam feiern, nicht nur im Pfarrheim, auch in der Kirche. Genau das haben wir getan – in unserer Kirche und im Pfarrsaal von St.Andreas. Sicher: alle offenen Wünsche in Sachen Ökumene sind damit nicht erledigt. Immer noch feiern wir keinen Sonntagsgottesdienst zusammen, immer noch können wir nicht gemeinsam das Heilige Mahl feiern. Aber es lässt sich besser mit offenen Wünschen leben, wenn anderweitig Freude und Wertschätzung füreinander gedeiht …

Jetzt ist wieder Zeit, dass jede Kirche ihre eigenen Aufgaben voranbringt, mühelos werden an Weihnachten unsere Kirchen sich füllen mit den eigenen Gemeindegliedern. Immerhin: einen ökumenischen Weihnachtsgottesdienst wird es wie alle Jahre in Berg geben.

Bald nach Weihnachten wird es wie alle Jahre ein Stück stille Ökumene geben. Um den 6. Januar werden die Sternsinger unterwegs sein. Verkleidet als
Heilige Drei Könige ziehen Schulkinder von Haus zu Haus. Sie singen ihre Lieder, malen den Segensgruß auf die Tür und sammeln für notleidende Kinder in fernen Ländern. Ein alter katholischer Brauch. Doch bei uns im Ort werden auch evangelische Kinder eingeladen zum Mitmachen. Die Eltern unterstützen den aufwändigen Einsatz tatkräfig. Mich freut es, dass wir dabei wieder erleben, wie viel uns eint jenseits der großen offenen Fragen in der Ökumene.

Ich freue mich, wenn mir die Sternsinger das 20*C+B+C+18 auf die Tür malen. Eine wichtige Bitte lese ich daraus ab: Dieses Haus möge Christus segnen. Der Stern erinnert an Weihnachten, an die Geburt im Stall von Bethlehem, die drei Kreuze an den dreieinigen Gott. Was die Sternsinger uns auf die Tür malen, erinnert uns an das, was uns verbindet mit unseren katholischen Glaubensgeschwistern.

Ein gesegnete Heilige Zeit und ein gutes neues Jahr
wünscht Ihnen Ihre

Unterschrift "Elke Eilert"

Pfarrerin Elke Eilert